Technische Darstellung der i3D®-Technologie

i3D® Technologie

i3D® Eindruckverfahren nach DIN SPEC 4864.

Lokale Dehngrenze, Zugfestigkeit und Spannungs-Dehnungs-Daten direkt am Bauteil: Prüfeindruck, optische 3D-Erfassung und inverses FEM in einem durchgängigen Workflow.

Ablauf des Prüfverfahrens

Schrittweise vom Prüfeindruck zur lokalen Werkstoffaussage.

Die Prozesslogik führt in vier Schritten von der lokalen Oberfläche zur plastischen Spannungs-Dehnungs-Kurve: Prüfeindruck, 3D-Vermessung, inverses FEM-Verfahren und daraus abgeleitete Materialkennwerte.

Schritt 1

Prüfeindruck erzeugen

Ein kraftgesteuerter Eindringkörper dringt orthogonal in die metallische Oberfläche ein. So entsteht lokal und minimalinvasiv die Ausgangsbasis für die spätere Kennwertableitung.

lokal kraftgesteuert minimalinvasiv

Schritt 2

Optische 3D-Vermessung

Die Weißlichtinterferometrie erfasst den Eindruck mit hoher vertikaler und lateraler Auflösung. Damit wird nicht nur die Eindrucktiefe, sondern die reale Geometrie der Zone präzise dokumentiert.

WLI 3D-Topografie präzise Erfassung
Inverses FEM-Verfahren

Schritt 3

Inverses FEM-Verfahren

Ein Optimierungsalgorithmus vergleicht die reale Eindrucksform mit FEM-Simulationen. Daraus wird die lokale Materialantwort modellbasiert rekonstruiert und in einen auswertbaren Spannungs-Dehnungs-Zusammenhang überführt.

inverse FEM Modellabgleich Spannungs-Dehnungskurve

Schritt 4

Materialkennwerte und Spannungs-Dehnungskurven

Die berechnete Spannungs-Dehnungs-Kurve liefert lokale Dehngrenze, Zugfestigkeit und weitere mechanische Kennwerte. Damit wird aus dem Eindruck ein direkt nutzbarer Datensatz für Entwicklung, QS und Werkstoffbewertung.

Rᶦₚ₀,₂ Rᶦₘ Engineering-Daten

Technologischer Nutzen

Was i3D® konkret liefert

Die Technologie wird relevant, wenn lokale Materialkennwerte nicht nur gemessen, sondern als belastbare Grundlage für Engineering-Entscheidungen nutzbar werden sollen.

Lokale Dehngrenze

Rᶦₚ₀,₂ kann lokal dort bestimmt werden, wo die reale Zone werkstoffmechanisch relevanter ist als der globale Mittelwert eines idealisierten Prüfkörpers.

Lokale Zugfestigkeit

Rᶦₘ wird an Bauteilzonen, kleinen Proben, Schweißnähten und materialkritischen Bereichen zugänglich, ohne dass zunächst eine klassische Zugprobe aus derselben Zone entnommen werden muss.

Spannungs-Dehnungs-Zusammenhänge

Aus dem Prüfeindruck lassen sich in Verbindung mit der inversen Auswertung plastische Spannungs-Dehnungs-Zusammenhänge ableiten, die für Werkstoffbewertung und Modellbildung nutzbar sind.

Auswertbarer Workflow

Prüfeindruck, optische 3D-Erfassung und inverses FEM-Verfahren bilden zusammen einen nachvollziehbaren technologischen Ablauf statt nur einer punktuellen Einzelzahl.

Methodische Einordnung

Was mit dem Zugversuch vergleichbar ist und wo Grenzen liegen

Kurz gesagt: Rᶦₚ₀,₂ und Rᶦₘ sind gut vergleichbar. Bruchdehnung und Verfestigung müssen enger interpretiert werden.

Kennwert Vergleichbar Einordnung
Rᶦₚ₀,₂ Dehngrenze Vergleichbar Ja Einordnung gut vergleichbar
Zugfestigkeit Rᶦₘ Vergleichbar Ja Einordnung gut vergleichbar
Bruchdehnung A Vergleichbar Teilweise Einordnung qualitativ bzw. nur eingeschränkt
Verfestigung Vergleichbar Teilweise Einordnung qualitativ vergleichbar

Technische Datentiefe

Kennwerte, Spannungs-Dehnungskurven und ein klarer Auswertepfad.

Die i3D® Auswertung endet nicht beim Eindruckbild. Aus Eindruckgeometrie, optischer Vermessung und inverser Auswertung werden lokale Spannungs-Dehnungs-Beziehungen bestimmt. Daraus lassen sich insbesondere Dehngrenze Rᶦₚ₀,₂, Zugfestigkeit Rᶦₘ sowie der Verlauf der plastischen Verfestigung für die untersuchte Zone ableiten.

240 MPa Dargestellte lokale Dehngrenze Rᶦₚ₀,₂
575 MPa Dargestellte lokale Zugfestigkeit Rᶦₘ
0,223 Ermittelte Duktilität aus i3D

Wissenschaftlich relevant ist dabei nicht nur der Verlauf der Spannungs-Dehnungskurve selbst, sondern die Ableitung belastbarer lokaler Kennwerte aus kleinen oder kritischen Materialzonen.

Die Methode adressiert damit Fragen nach Rᶦₚ₀,₂, Rᶦₘ und lokaler Spannungs-Dehnungskurve dort, wo der klassische Zugversuch oft zu groß, zu aufwendig oder geometrisch nicht passend ist.

Technische und wahre Spannungs-Dehnungskurve Vergleich aus technischer und abgeleiteter wahrer Spannungs-Dehnungskurve. 0 180 360 540 720 0 0.063 0.125 0.188 0.25 Plastische Dehnung ε_pl (–) Spannung σ (MPa)
Aus technischer und abgeleiteter wahrer Spannungs-Dehnungskurve werden lokale Kennwerte wie Dehngrenze Rᶦₚ₀,₂, Zugfestigkeit Rᶦₘ und die Spannungs-Dehnungskurve für Werkstoffvergleich, Prozessbewertung und CAE-nahe Modelle abgeleitet.

Vereinfachter Workflow nach DIN SPEC 4864

i3D® verbindet Prüfeindruck, optische 3D-Erfassung und modellbasierte Auswertung in einem durchgängigen Workflow nach DIN SPEC 4864. Der fachliche Nutzen liegt nicht in einem Einzelmerkmal, sondern in der kontrollierten Kopplung dieser Schritte.

So wird aus dem lokalen Eindruck eine auswertbare Datengrundlage für Rᶦₚ₀,₂, Rᶦₘ und weitere mechanische Zusammenhänge, ohne den klassischen Probenweg in jeder Fragestellung vollständig nachbilden zu müssen.

  • Prüfeindruck an der relevanten Zone erzeugen
  • Topografie und Geometrie der Eindruckzone erfassen
  • Auswertung modellbasiert in belastbare Kennwerte überführen

Was in der Praxis ein guter Messlauf ist

Ein guter Messlauf beginnt nicht erst bei der Auswertung, sondern bei einer sauberen Aufgabenstellung. Entscheidend sind Zonenauswahl, reproduzierbare Randbedingungen und die Frage, welche Kennwerte tatsächlich benötigt werden.

Wenn Messort, Materialzustand und Zielgröße zusammenpassen, wird aus dem Prüfeindruck eine technisch verwertbare Entscheidungshilfe statt einer isolierten Zahl.

  • Messort und Fragestellung sauber aufeinander abstimmen
  • Wiederholbare Prüf- und Erfassungsbedingungen sicherstellen
  • Ergebnisse immer im Anwendungskontext interpretieren

Was methodenspezifisch interpretiert werden muss

i3D® ersetzt nicht jede andere Prüfmethodik in jedem Kontext. Die Stärke der Technologie liegt dort, wo lokale Werkstoffaussage, Bauteilnähe und Zeitgewinn besonders wichtig sind.

Deshalb gehört zur Technologieseite auch eine saubere Einordnung: Was ist mit Zugversuch und klassischer Materialcharakterisierung sinnvoll vergleichbar, wo liegen Grenzen und wann ist eine ergänzende Validierung zweckmäßig.

  • lokale Aussage ist nicht automatisch identisch mit globalem Mittelwert
  • Materialzustand, Zone und Fragestellung bestimmen die richtige Lesart
  • ergänzende Prüfungen können je nach Zielbild sinnvoll bleiben

Einordnung

Entscheidend sind lokale Aussage, Bauteilnähe und die Grenzen bei Bruchdehnung und Verfestigung. Genau daraus ergibt sich, wann i3D® technisch passt.

Ansprechpartner

Direkte Kontakte für Technologie, Labor und Projektklärung.

Sinnvoll, wenn Zone, Kennwerte, Vergleichspfad oder Machbarkeit der Messaufgabe direkt fachlich geklärt werden sollen.

Dr.-Ing. Benjamin Schmaling

Dr.-Ing. Benjamin Schmaling

Founder and CEO

Ansprechpartner für Technologie, methodische Einordnung und strategische Einsatzkonzepte rund um i3D®.

LinkedIn
Peter Zok

Peter Zok

Applications – Materials Testing

Ansprechpartner für Werkstoffprüfung, Anwendungsfragen und die technische Einordnung realer Messaufgaben.

LinkedIn

Welche Messaufgabe möchten Sie technisch klären?

Beschreiben Sie Material, Zone, Bauteil oder Zielgröße so konkret wie möglich. So kann Imprintec besser einschätzen, wie i3D® in Ihrem Fall sinnvoll eingesetzt oder eingeordnet werden sollte.

Ihre Kontaktdaten

Ob technische Demo, Laborstart oder methodische Rückfrage: Ihre Angaben helfen, die Anfrage direkt passend einzuordnen.

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